Erstes Probenwochenende seit Februar 2020

Die Pandemie hat auch unseren Gesangverein zu Langenbernsdorf e. V. hart getroffen. Wir gaben aber nicht auf, wie viele andere Chöre. Monatelang haben wir in Form von Videokonferenzen geprobt und dadurch unser Verbundenheitsgefühl bestärkt sowie die gesanglichen Fertigkeiten auf einem Mindeststand gehalten.

Unser Liedermeister Michael Pauser machte uns in diesen Proben mit der Liedauswahl für unsere Konzerte für das Projekt „Ein Dorf singt: Klassik bis Filmmusik“ vertraut, die am 14. und 15. Mai in der Stadthalle „Pleißental“ in Werdau stattfinden werden. Das gefiel uns, waren doch viele bekannte Ohrwürmer aus sehr unterschiedlichen Musikrichtungen dabei. Vom berühmten „Brautchor“ aus Lohengrin von Richard Wagner über An der schönen blauen Donau von Johann Strauß und „O fortuna“ aus den Carmina burana von Carl Orff geht die musikalische Reise weiter mit den Musical-Hits „Memory“ aus Cats und „Don’t cry for me, Argentina“ aus Evita von Andrew Lloyd Webber bis zu Hallelujah von Leonard Cohen und vielen anderen Stücken. Im Februar gingen wir dann unter Einhaltung strenger Hygienevorschriften zu Präsenzproben über.

Corona hatte in den beiden Vorjahren unsere traditionellen Probenwochenenden verhindert, in denen wir uns gewöhnlich dreimal jährlich den letzten Schliff für unsere Konzerte geben. Am 25. und 26. März begannen wir dann jeweils mit obligatorischen Corona-Schnelltests. Am zweiten Tag wurden unsere 45 anwesenden SängerInnen von 31 jungen Stimmen aus dem Gymnasium „Alexander von Humboldt“ Werdau unterstützt. Der neue Schulchor hatte in den Vorwochen unter Leitung von Musiklehrerin Andrea Gralla und Michael Pauser geprobt und wird mit uns gemeinsam die Konzerte gestalten. Die Klangfülle war ein Erlebnis für uns alle. Tamino Weigl, einer der Gymnasiasten, fasste seine Eindrücke mit folgenden Worten zusammen:

Eine der wichtigsten Aufgaben, die der Chorleiter Herr Pauser am Samstag zu erledigen hatte, war es, einen Chor bestehend aus lang etablierten Mitgliedern und einen aus nicht einmal ein halbes Jahr probenden SchülerInnen zu fusionieren. Diese SchülerInnen sind Teil des Schulchors unseres Gymnasiums in Werdau. Anfangs schmunzelte man über den Begriff „Schulchor“, da diese Proben nichts anderes waren, als die eigene Freizeit für eine gute Zusatznote zu investieren. Doch mit der Zeit hat sich das Blatt gewendet. Wir sind zu einer Gemeinschaft zusammengewachsen, die von Mal zu Mal mehr Freude am Singen gewonnen hat. Dementsprechend stieg auch die Erwartungshaltung gegenüber der ersten gemeinsamen Probe mit dem Gesangverein zu Langenbernsdorf e. V. Im „Weißen Ross“ angekommen, konnte man die Spannung förmlich in den Gesichtern ablesen. Gesangstechnisch ist hier das „Tor des Monats“ gefallen. Es geht dabei weniger um die Perfektion beim Singen als um den Gruppenerfolg, den wir alle gemeinsam erzielt haben. Der Klang war überwältigend und bis dato von den SchülerInnen auch noch nicht greifbar.

Ein Projekt ist dann als gelungen zu betrachten, wenn möglichst viele die Veranstaltung mit einem Lächeln im Gesicht verlassen. Mit großer Freude habe ich so viele positive Rückmeldungen seitens meiner MitsängerInnen erhalten, dass ich ohne Probleme von einer erfolgreichen Infektion mit dem „Chorfieber“ berichten kann.

Darüber freuen wir „Alten“ uns sehr!

Ein Höhepunkt des Probenwochenendes war die Teilnahme eines Aufnahmeteams des MDR-Fernsehens. Der Sender wird am Ostersonntag, dem 17. April um 9 Uhr einen Beitrag unter dem Titel „Unser Dorf hat Wochenende: Langenbernsdorf“ ausstrahlen, in dem neben zahlreichen anderen Vereinen und Initiativen aus dem Ort auch unser Chor vorkommen wird. Es war schon etwas seltsam, in Anwesenheit von Paparazzi beim Singen gute Miene zu machen. Wir sind ja gespannt, wie viel von den zweistündigen Probenaufnahmen und den anschließenden drei Interviews es in die Endfassung schaffen.

Unser Liedermeister hat nach dem Probenwochenende eine positive Bilanz gezogen. Klangfülle und Dynamik hätten stark gewonnen. Noch in keinem Jahr wären wir zudem sieben Wochen vor den großen Konzerten so gut vorbereitet gewesen. Alle Lieder – mit einer Ausnahme – sind schon fast aufführungsreif geprobt. Bei der Ausnahme handelt es sich um das schwedisch-sprachige Lied „Gabriellas Sång“ aus dem Film Wie im Himmel, bei dem die fünf Chorstimmen auch schon auf die Silbe „na“ versucht wurden, bevor als nächstes der Text an der Reihe ist. Ich bin ja sehr gespannt, wie das klingen wird, kenne ich doch bisher nur die Bedeutung von „skål“ („Prost“) und „Köttbullar“. Nun gibt uns der Chorleiter mit, bei allen (besonders auch bei den deutschsprachigen) Liedern die Textsicherheit selbständig weiter zu erhöhen.

Wir danken unserem Vorstand für die sehr gute und aufwändige Vorbereitung des Probenwochenendes, dem wie immer inspirierenden Liedermeister und Thomas Lohri, der ihn am Klavier unterstützte.

Dr. Wilfried Bartsch

Ein Gedanke zu „Erstes Probenwochenende seit Februar 2020

  1. Es war mir Genuss und Freude, einem solchen stimmigen Chor zu lauschen! Wenn man bedenkt, unter welchen widrigen Bedingungen (Corona) hier so eine Glanzleistung erstellt wurde, kann man erahnen, welche Arbeit und welches Engagement hier dahinter steckt.
    Vielen Dank und weiter so!🎶

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.