Projekt „Ein Dorf singt“ kehrt zum Jubiläum endlich zurück nach Langenbernsdorf

Es ist eine fast unglaubliche Geschichte: Zehn Jahre gibt es bereits das Projekt „Ein Dorf singt“. Was aus einer ambitionierten Idee entstand, ist mittlerweile nicht mehr aus der westsächsischen Kulturlandschaft wegzudenken.

10 Jahre Projekt „Ein Dorf singt“ – große Musik im kleinen Dorf
Binnen weniger Jahre haben sich die Sängerinnen und Sänger aus Langenbernsdorf nicht nur ein vielfältiges Repertoire mit Musik aus vier Jahrhunderten von Kirchenmusik über Kantate, Oper und Lied bis hin zu Musical, Filmmusik und Pop erarbeitet, sondern auch viel Anerkennung. Neben berühmten Meisterwerken der Musikgeschichte standen auch zeitgenössische Erstaufführungen vergessener Werke sowie Uraufführungen auf den bisherigen Programmen. Nirgendwo sonst in Mitteldeutschland findet man ein regelmäßig stattfindendes Konzertprojekt mit großem Chor, Solisten und Sinfonieorchester auf dem Dorf; mehrere Tausend musikbegeisterte Konzertbesucher aus ganz Deutschland kamen so bereits ins beschauliche Langenbernsdorf.

In den vergangenen Jahren mussten die Konzerte aus bekannten Gründen ausfallen bzw. in größere Säle verlegt werden. Umso aufregender ist die Rückkehr nach Langenbernsdorf zehn Jahre nach Projektstart und erstmals seit Ausbruch der Pandemie.

Die diesjährigen Konzerte finden statt am Samstag, dem 16. September 2023 um 19 Uhr und am Sonntag, dem 17. September 2023 um 17 Uhr jeweils im Landgasthof „Weißes Roß“ in Langenbernsdorf. Karten zum Vorverkaufspreis von 18,- € normal und 14,- € ermäßigt sind ab sofort erhältlich im Markgrafen Getränkemarkt Langenbernsdorf, in der Stadtinformation Werdau und in der Buchhandlung „Am Rathaus“ in Crimmitschau. Aufgrund der begrenzten Platzkapazität wird empfohlen, frühzeitig Karten zu erwerben. Restkarten sind für 20,- € und 16,- € ermäßigt an der Abendkasse erhältlich.

Das Programm und die Mitwirkenden 2023
Natürlich hat sich der Gesangverein zu Langenbernsdorf e. V. etwas ganz Besonderes für sein diesjähriges Publikum einfallen lassen. Auf dem Programm stehen Auszüge aus Wolfgang Amadeus Mozarts (1756–1791) beliebter Oper Die Zauberflöte und Ludwig van Beethovens (1770–1827) Schauspielmusik zu August von Kotzebues (1761–1819) Die Ruinen von Athen.

Der Gesangverein zu Langenbernsdorf e. V. wird verstärkt durch den Schulchor des Gymnasiums „Alexander von Humboldt“ aus Werdau. Als Solisten konnten Andrea Chudak (Sopran) aus Fürstenwalde und Tobias Oliver Hagge (Bass) aus Berlin gewonnen werden. Die AG Theater des Werdauer Gymnasiums spricht unter Leitung von Christina Bohne die Rollen des Schauspiels. Der Fachbereich Kunst sorgt unter Leitung von Uwe Feustel für Requisiten. Begleitet werden die Sängerinnen und Sänger von der Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach. Dirigent ist der Liedermeister des Gesangvereines zu Langenbernsdorf e. V. Michael Pauser.

Fördermittel erhält das Projekt „Ein Dorf singt“ vom Kulturraum Vogtland-Zwickau, vom Landkreis Zwickau und von der Gemeinde Langenbernsdorf. Zusätzlich werden Spenden gesammelt, um die hohen Kosten der Konzerte zu decken. Zudem erhielt der Gesangverein zu Langenbernsdorf e. V. kürzlich weitere Fördermittel vom Zukunftsregion Zwickau e. V. aus dem Regionalbudget der LEADER-Region Zwickauer Land zur Anschaffung von Bühnen-, Licht- und Tontechnik, die erstmals zu den „Ein Dorf singt“-Konzerten zum Einsatz kommen wird.

Das Motto „Wo Mensch den Menschen liebt“
Obwohl Die Zauberflöte für ein Wiener Vorstadttheater geschrieben wurde und nicht dafür gedacht war die Zeit zu überdauern, ist sie heute Mozarts berühmteste Oper. Den etwas naiven Vogelfänger Papageno, die rachsüchtige Königin der Nacht und den weisen Priester Sarastro kennt fast jeder. Letzterer singt in seiner berühmten Arie „In diesen heil’gen Hallen“ die Worte: „In diesen heil’gen Mauern, wo Mensch den Menschen liebt, kann kein Verräter lauern, weil man dem Feind vergibt. Wen solche Lehren nicht erfreu’n, verdienet nicht ein Mensch zu sein“ – Humanismus und musikalisches Meisterwerk in einem geben dem diesjährigen „Ein Dorf singt“-Projekt das Motto.

Ein großer thematischer Kontrast ist hingegen Kotzebues Schauspiel, das anlässlich der Eröffnung des Theaters in Pest (Ungarn) im Jahr 1812 uraufgeführt worden ist. Während einerseits zeittypische nationalistische und royalistisch-propagandistische Züge in Text und Musik deutlich werden, ist es andererseits auch ein feierliches Loblied auf die Kunst. Die griechische Göttin Minerva, die Göttervater Zeus vor 2.000 Jahren in einen ewigen Schlaf verbannt hatte, erwacht 1812 im zerstörten und von den Türken besetzten Athen und macht sich dorthin auf, wo nun „die Musen unter Germaniens Wilden“ neu erblühen. Denn „wo Liebe sich und Freude gatten, da wohnt auch gern die Gastfreiheit.“ Aus der Mischung von gesprochenen Dialogen, Solo- und Chorgesängen sowie Orchestermusik entsteht in Ohr und Herzen des Zuhörers gleichermaßen ein wohliges Gefühl von Erhabenheit durch die Kunst. Genau das ist es, was auch das Projekt „Ein Dorf singt“ seit nunmehr zehn Jahren in Langenbernsdorf anstrebt…

Film zu 10 Jahren „Ein Dorf singt“ veröffentlicht
Das „Ein Dorf singt“-Jubiläum hat der Gesangverein zu Langenbernsdorf e. V. zum Anlass genommen, um einige Bilder sowie Ton- und Videoaufnahmen der letzten Jahre in einem Film zusammenzufassen. In kurzen Interviews berichten Personen der ersten Stunde, wie „Ein Dorf singt“ sie, den Verein und das ganze Dorf verändert hat. Zudem erklingen Proben- und Konzertaufnahmen der vergangenen Jahre.

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