Gesangverein zu Langenbernsdorf e. V.

Über das Lied

Mit der Heimat stets verbunden:

Wolfgang Liebold – Schöpfer des Langenbernsdorfer Heimatliedes

Wolfgang Liebold wurde am 28. Februar 1926 in Langenbernsdorf geboren und starb am 20. Oktober 1944 im Alter von 18 Jahren und 8 Monaten im Zweiten Weltkrieg an der Ostfront. Wolfgang Liebold wuchs im Haus seiner Eltern im heutigen Bergweg Nr. 5 auf. Von 1932 bis 1940 besuchte er die Untere Schule in Langenbernsdorf. Nach seiner Schulentlassung erlernte er in einem Werdauer Textilbetrieb den Beruf eines Kaufmanns. Nach dem vorgezogenen Abschluss seiner Lehrzeit wurde Wolfgang Liebold 1941 von seiner Firma als selbstständiger Versandleiter eingesetzt.

Geburtshaus von Wolfgang Liebold (1927)
Abb. 1: Geburtshaus von Wolfgang Liebold (1927)

In seiner Freizeit spielte er gern auf seinem Akkordeon und beschäftigte sich als Segelflieger. Wolfgang Liebold war Mitglied der Langenbernsdorfer Spielschar. Mit humorvollen Darbietungen und gespielten Episoden aus der Heimat ließen die Mitglieder der Spielschar die Zuschauer für einen Moment die sonst entbehrungsreiche und schwere Zeit der Kriegsjahre vergessen.

Wolfgang Liebold ging mit offenen Augen durch Langenbernsdorf. Er liebte seinen Heimatort. Im März 1943 wurde er zum Reichsarbeitsdienst ins Sudetenland einberufen und im Januar 1944 kam er an die Flugzeugführerschule nach Plattling. Seine Heimat ging ihm auch in der Fremde nicht aus dem Kopf. Diese Zeit hat ihn sicher zum Schreiben des Langenbernsdorfer Heimatliedes angeregt. Dieses Lied besteht aus zwei allgemeinen Strophen und vier Jahreszeiten-Strophen. Jedem Vers merkt man die innige Verbundenheit Liebolds mit seinem Heimatdorf an. Auch wenn der Text beim Singen nicht immer einfach zu artikulieren ist, so ist dieses Lied dennoch durch eine große Innigkeit geprägt.

Anfang Oktober 1944 wurde Wolfgang Liebold ins Kriegsgebiet nach Ostpreußen versetzt. In einem seiner letzten Briefe an seine junge Verlobte hoffte er noch auf ein gutes Schicksal und ein baldiges Wiedersehen. Doch leider wurde Wolfgang Liebold kurze Zeit später bei einem Kampfeinsatz tödlich verletzt. Kurz zuvor sandte er noch das im Lazarett entstandene Langenbernsdorfer Heimatlied nach Hause. Allerdings verlieren sich die Spuren danach. Heute sind keine Originalhandschriften – weder vom Text noch von der Melodie – mehr auffindbar.

Wolfgang Liebold mit seinem Akkordeon (1942)
Abb. 2: Wolfgang Liebold mit seinem Akkordeon (1942)

Der Text des Liedes war einigen Langenbernsdorfern bekannt geworden, die Melodie hingegen nicht. So kam es, dass der Langenbernsdorfer Lehrer Albert Fankhänel, der zudem von 1950 bis 1964 Liedermeister des Männergesangvereines Langenbernsdorf war, eine eigene Melodie schrieb. Allerdings ist auch diese nicht schriftlich überliefert. Ein paar seiner damaligen Schüler können sich jedoch noch an Fankhänels Melodie erinnern. In den 1970er und 80er Jahren scheint das Lied weitestgehend in Vergessenheit geraten zu sein. Später wurden im Nachlass Liebolds Noten gefunden und man entschied sich, fortan eine darunter befindliche Melodie, die metrisch genau zum Heimatlied-Text passte, zu verwenden. Ob diese Melodie wirklich diejenige ist, die Wolfgang Liebold für das Langenbernsdorfer Heimatlied schrieb, wird wohl nie geklärt werden können. Seit 1992 singt unser Verein jedenfalls das Lied nach dieser Melodie – anfangs noch einstimmig (siehe Abbildung). Als Michael Pauser 2008 Liedermeister des Chores wurde, bearbeitete er das Langenbernsdorfer Heimatlied unter Beibehaltung der „neuen“ Melodie zu einem vierstimmigen Männerchorsatz, der seitdem regelmäßig zu den Konzerten des Vereines und bei Ständchen erklang. Seit 2016 singen der Projektchor und seit 2019 der gemischte Chor zudem eine neue Bearbeitung Pausers für vierstimmig gemischten Chor.

Im Rahmen der „Ein Dorf singt“-Konzerte im 145. Jubiläumsjahr unseres Vereines am 29. und 30. Oktober 2016 fand eine musikalische Würdigung Wolfgang Liebolds statt. Michael Pauser bearbeitete das Langenbernsdorfer Heimatlied aus Anlass des 90. Geburtstages Liebolds für Kinderchor, Männerchor, gemischten Chor und großes Orchester. Die ca. 80 Sängerinnen und Sänger der drei Chöre sowie die 45 Orchestermusiker der Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach haben auf diese Weise das Heimatlied klanggewaltig einem großen Publikum aus Nah und Fern präsentiert. Jede Strophe erhält in dieser achtminütigen Bearbeitung durch das Orchester ein ganz eigenes, dem Text angepasstes Klangbild. Am Beginn steht eine orchestrale Einleitung, die auf Melodiebruchstücken des Refrains basiert.

Sollten Sie Hinweise zum Langenbernsdorfer Heimatlied haben oder sogar die Melodie Albert Fankhänels noch singen können, wenden Sie sich bitte an die Ortschronisten und/oder unseren Verein. Vielen Dank!

Ein gemeinsamer Artikel aus dem Jahr 2016 von:
Team Ortschronisten Langenbernsdorf
Männergesangverein Langenbernsdorf e. V.

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