Am 17. und 18. Dezember 2025 fanden die beiden Ein Dorf singt Konzerte als glanzvolle Krönung unseres Konzertjahres statt. In bewährter chorsinfonischer Zusammenarbeit mit der Vogtlandphilharmonie Greiz/Reichenbach – und inzwischen schon liebevoller Tradition – stand diesmal alles unter dem Motto „Ein Dorf singt: Hallelujah!“. Zur Aufführung kam eine verkürzte Fassung von Georg Friedrich Händels Der Messias: konzentriert, wirkungsvoll und genau richtig für ein eindrucksvolles Konzerterlebnis in der Vorweihnachtszeit.
Zwei nahezu komplett ausverkaufte Konzerte und ein begeistertes Publikum machten deutlich, dass dieses Konzept aufgegangen ist. Die Kirche St. Bonifazius Werdau hat sich einmal mehr als idealer Ort für dieses Werk erwiesen: Die Kirche trägt den Messias – klanglich wie atmosphärisch.
Gemeinsam mit insgesamt rund 500 Besucherinnen und Besuchern durfte ich zwei sehr stimmungsvolle Abende erleben. Vier starke Solisten – Clara-Sophie Rohleder (Sopran), Anna-Maria Tietze (Alt), Florian Neubauer (Tenor) und Felix Rohleder (Bass) – prägten das Konzert ebenso wie das Orchester der Vogtlandphilharmonie unter der Leitung von Michael Pauser. Der Gesangverein wurde auch in diesem Jahr wieder vom Schulchor des Gymnasiums Werdau unterstützt, der mit Konzentration, hör- und sichtbarer Freude sowie Engagement sang.
Für mich persönlich war dieses Konzert in mehrfacher Hinsicht besonders. Statt wie sonst auf der Bühne zu stehen, saß ich krankheitsbedingt im Publikum. Eine hartnäckige Kehlkopfentzündung hatte mich kurzerhand auf die Kirchenbank verbannt. Ungewohnt, aber spannend – und mit überraschend vielen neuen Eindrücken. Man hört anders, man fühlt anders – und man staunt neu. Es war ein echter Genuss zuzuhören.
Der Messias entfaltet eine überwältigende musikalische Wirkung. Zuhörer und Mitwirkende werden mit großartigen orchestralen Sätzen, Rezitativen, theatralischen Arien und monumentalen Chören durch die Höhen und Tiefen des Lebens von Jesus Christus geführt. Umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass G. F. Händel dieses Oratorium mit seinen insgesamt 48 Einzelsätzen in nur drei Wochen komponiert haben soll: eine echte Meisterleistung. Der wohl berühmteste Chor, das mitreißende „Hallelujah“, entfaltete beim Publikum eine besondere Wirkung und erklang an beiden Abenden gleich zweimal, nachdem dieses nach Konzertende eindringlich eine Zugabe eingefordert hatte.
Unsere Probenarbeit kannte ebenfalls Höhen und Tiefen – diese dauerten allerdings deutlich länger als drei Wochen. Hinter dem Ergebnis steckte viel Arbeit: anspruchsvolle Proben, ein straffer Zeitplan, zusätzlich erschwert durch weitere Konzerttermine sowie krankheitsbedingte Ausfälle. Umso größer der Respekt vor allen Beteiligten. Der Chor des Gesangvereins wurde von Thomas Lohri vorbereitet, der Schulchor von Andrea Gralla, beide zeitweise unterstützt von Michael Pauser – herzlichen Dank für dieses große Engagement. Der Lohn am Ende ist ein begeistertes Publikum – was will man mehr?! Und ja, ich bin ehrlich stolz auf alle, die zum Gelingen dieser Konzerte beigetragen haben.
Besonders berührt hat mich eine Begegnung vor dem Konzert: Der Vater eines Langenbernsdorfer Schülers erzählte mir, dass sein Sohn inzwischen regelmäßig zu Hause übt – freiwillig und mit wachsender Begeisterung. Statt Computer nun Messias, statt Spielen Notenlesen. Eltern und Großeltern saßen an diesem Abend voller Erwartung und Stolz im Publikum. Genau dafür lohnt sich all das. Genau deshalb unterstützen wir den Schulchor. Wenn aus Proben echte Singfreude entsteht und junge Menschen diese Art von Musik für sich entdecken, dann ist das mehr wert als jeder Applaus.
Auch der Dank am Konzertende kam diesmal etwas anders daher. Statt des üblichen „Triumphgemüses“ – so nennt Michael Pauser den obligatorischen Blumengruß gern augenzwinkernd – gab es für Solisten, Chorleiter, Konzertmeister und Dirigent eine haltbare und deutlich genussvollere Variante: liebevoll zusammengestellte Präsentkörbe der Kelterei Mehlhorn mit regionalen Köstlichkeiten, unter anderem vom Bauernhof Rose. Ein herzliches Dankeschön an Ulrike Mehlhorn und ihr Team für diese mit viel Charme zusammengestellten Präsente.
So nett der Platz im Publikum auch war – mein Platz ist eigentlich auf der Bühne: im Chor, hinten links im Sopran.
Wer das Gefühl, Teil dieses großen gemeinsamen Klangs zu sein, ebenfalls erleben oder neu entdecken möchte, sei herzlich zur nächsten Chorprobe im Januar eingeladen. Denn auch 2026 gilt nun bereits zum dreizehnten Mal: Ein Dorf singt.
Diesmal am 19. und 20. September 2026 – hoffentlich wieder im Saal des Landgasthofes „Weißes Roß“ – unter dem verlockenden Motto „Stoßt an!“ Wir möchten mit Ihnen und Euch gemeinsam unser 155-jähriges Vereinsjubiläum sowie weitere musikalische Jubiläen aus drei Jahrhunderten – von Oper bis Rock – feiern.
Zu erleben sind zeitlose Klassiker wie „Nessun dorma“ aus Turandot von Giacomo Puccini, The Phantom of the Opera aus dem gleichnamigen Musical von Andrew Lloyd Webber bis hin zu „Engel“ von Rammstein.
Alle sind herzlich eingeladen, dabei zu sein – auf der Bühne oder im Zuschauerraum. Entscheiden Sie selbst.
Anke Götz
Gesangverein zu Langenbernsdorf e.V.
Wöchentliche Chorprobe: in der Regel donnerstags von 19.30 bis 21.30 Uhr im Saal des Landgasthofes „Weißes Roß“, Schulstraße 1, Langenbernsdorf.